„Side Effects“ – Ein Film der nur positive Nebenwirkungen hat

Steven Soderberghs neuer Film wird von den Medien durchweg gelobt. Falls Sie Psychothriller mit Überraschungseffekten lieben, dann sollten Sie sich „Side Effects – Tödliche Nebenwirkungen“ in jedem Falle ansehen.

Im Zentrum des Films steht Dr. Jonathan Banks – ein Psychiater, gespielt von Jude Law. Er ist von England nach Amerika gezogen, weil er glaubt, dort besser auf dem Feld der Psychiatrie arbeiten zu können. Nach einem Selbstmordversuch wird die junge Emily (Rooney Mara) zu Dr. Banks in Behandlung übergeben. Die Entlassung ihres Mannes Martin (Channing Tatum) aus dem Gefängnis hat bei Emily anstelle von Freude eine tiefe Depression ausgelöst. Um diese wieder in den Griff zu bekommen, verschreibt ihr Dr. Banks nach Rücksprache mit Emilys früherer Ärztin (Cathrine Zeta-Jones) ein neuartiges Medikament. Zunächst scheint dieses Mittel sehr erfolgreich zu sein, doch schon bald machen sich ernsthafte Nebenwirkungen bemerkbar.

„Side Effects“ ist ein Film voller Verstrickungen, über dessen Inhalt man nicht zu viel erzählen möchte, weil es dem Zuschauer dann die Quintessenz des Filmes nehmen würde. Denn „Side Effects“ lebt von der unglaublich gut und einfach passenden Geschichte. Nichts geschieht, auf das der Zuschauer mit einem Kopfschütteln reagieren würde. Keine Ungereimtheiten, keine Fehler in Schnitt oder Inhalt. Das Thema Depression und dessen Behandlung wurde gut recherchiert, rückt sich aber nicht selbst in das Zentrum des Filmes. Auch ein kritischer Ansatz am amerikanischen Gesundheitssystem ist spürbar. Hinzu kommen eine ausgezeichnete Kameraführung sowie Einstellungen, die dem Film etwas sehr Persönliches hinzufügen.

Zudem ist die Leistung der Schauspieler nicht zu verachten. Rooney Mara mimt unwahrscheinlich gut eine junge Frau, die Gut und Böse in sich vereint. Sie wirkt zerbrechlich und unberechenbar zugleich. Jude Law legt eine solide Schauspielleistung als Psychiater, über dessen Rolle man sich bis zum Schluss nicht sicher ist, ab und Catherine Zeta-Jones beweist einmal mehr als, intrigante, Brille tragende Ärztin ihre Vielseitigkeit.

„Side Effect“ erhält nicht umsonst fast ausschließlich gute Kritiken und es bleibt zu hoffen, dass Soderbergh seine Ankündigung, dass dies vorerst sein letzter Film sei, nicht verwirklicht. Hollywoods Filmbranche kann sich den Verzicht auf einen derart guten Regisseur wahrlich nicht leisten. Andererseits ist er es wohl wert, demnächst anstelle des Kinos vielleicht einmal wieder ein Theater zu besuchen, denn diesem Feld will er sich künftig mehr widmen.

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