Der grosse Gatsby – So groß war Leo noch nie

Regisseur Baz Luhrmann, der bereits für die Verfilmung von Shakespeares Romeo + Julia verantwortlich war, sorgt mit seinem neuesten Werk für einiges Aufsehen. Die 3D-Verfilmung des Klassikers „The Great Gatsby“ von F. Scott Fitzgerald aus dem Jahr … erhält nicht nur positive Kritiken. Von „Verschandelung eines Meisterwerkes“ bis „Meisterwerk des Films“ findet sich so ziemlich jede Abstufung wieder.

Der grosse Gatsby erzählt die Geschichte des jungen Aufsteigers Jay Gatsby (Leonardo DiCaprio), der unaussprechlich reich und zugleich großzügig ist. Der geheimnisvolle Fremde schmeißt wilde Parties und reichlich Legenden entstehen um seine Figur. Der Millionär Gatsby freundet sich mit seinem Nachbar Nick Carraway (Tobey Maguire) an, um seiner großen Liebe, Carraways Cousine Daisy (Carey Mulligan), die er Jahre zuvor, als mittelloser Soldat aufgeben musste, wieder näher zu kommen.

Luhrmann schafft es, den Prunk und das Lebensgefühl der Goldenen Zwanziger in farbenreichen Party-Szenen und märchenaften Villen aufleben zu lassen. Es wird eine überzogen künstliche Welt dargestellt, die keinen Raum für Gefühle lässt und in der Sachwerte mehr zählen als Moral und Ehrlichkeit. Dem Geschehen des Romans bleibt Luhrmann dabei weitestgehend treu. Nur die Rolle des Erzählers überträgt der Regisseur auf die Figur des Nick Carraway, der auf die Zeit bevor er sich einer Entzugskur unterziehen muss, berichtet.

Das Buch wurde zuletzt im Jahre 1974 mit Robert Redford in der Hauptrolle verfilmt und scheiterte an den Kinokassen. Weder Redford, noch der Film als Ganzes konnten überzeugen. Literaturverfilmungen stellen immer ein gewisses Risiko dar, vor allem wenn es sich um wahre Klassiker handelt. Die Erwartungshaltung ist hoch und eigenen Interpretationen wird kaum Raum gelassen. Der große Gatsby stellt dabei keine Ausnahme dar. Gerade, weil jeder Leser das Buch ein wenig unterschiedlich interpretiert, ist es quasi unmöglich, alle Auffassungen zu treffen und somit jeden Kritiker zufrieden zu stellen.

Die farbenfrohe, pompöse Darstellung des 20er Jahre Flairs mag Geschmackssache sein, aber fakt ist, dass der Film vor allem von der schauspielerischen Leistung Leonardo DiCaprios und Carey Mulligan lebt. Sieht man DiCaprio in der Rolle des Gatsby wird es fast unmöglich, sich einen anderen Schauspieler in dieser Rolle vorzustellen und man gewinnt den Eindruck, dass Fitzgerald das Buch lediglich geschrieben hat, damit es eines Tages mit DiCaprio verfilmt werden kann.

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