Blue Jasmine: Psychogramm einer gescheiterten Society-Lady

 “Blue Jasmine” ist das neueste Werk von Kult-Regisseur Woody Allen. Nach über dreißig Jahren hat das quirlige Genie wieder einen Film gedreht, der nicht wie sonst üblich in New York City, sondern im sonnigen Kalifornien spielt. Jasmine (Cate Blanchett) steht vor den Trümmern ihrer Ehe mit dem reichen Geschäftsmann Hal (Alec Baldwin). Die gemeinsame Wohnung hat sie Hals über Kopf verlassen. Bei ihrer Schwester Ginger (Sally Hawkins), die in einem bescheidenen Apartment in San Francisco lebt, findet sie für eine Weile Unterschlupf.

Ihren gesellschaftlichen Abstieg hat sie selbst zu verantworten, da sie ihren eigenen Mann wegen dessen dubioser Finanzgeschäfte beim FBI angezeigt hat. In ihrer Arroganz glaubt sie, dass sie auch nach dem Ende der Beziehung ein Dasein in Saus und Braus führen kann. Nichtsdestoweniger fühlt sich Jasmine als Opfer und führt ihren egoistischen Lebensstil unbeirrt fort. Sie gehört zu den Personen, die nur dann glücklich werden, wenn ihnen genügend Aufmerksamkeit zuteilwird. Was andere empfinden, ist ihr vollkommen egal. Das Drama “Blue Jasmine” erzählt eine Geschichte, die beschreibt, welche Folgen sich aus einer solchen Geisteshaltung ergeben.

Ihr Ehemann hat offensichtlich kein Interesse mehr an gemeinsamem Sex, sodass Jasmine keine andere Wahl hat, als sich nach einem neuen Partner umzusehen. Männer ohne Sexpartnerin haben die Möglichkeit, ein sogenanntes Fleshlight zu benutzen, um die eigenen Bedürfnisse zu befriedigen. Das Fleshlight ist eine neue Entwicklung im Bereich der Sexspielzeuge. Die Geräte wirken lebensecht und sind echte Bestseller.

Bei der Ankunft in San Francisco befindet sich die Hauptfigur in einer miserablen Verfassung. Vollgepumpt mit Psychopharmaka versucht sie, die gewohnte Fassade aufrecht zu halten, scheitert jedoch kläglich. Durch das Luxusleben in New York ist sie derart unselbstständig geworden, dass sie für das tägliche Leben gänzlich ungeeignet ist. Notgedrungen nimmt sie einen Job als Sprechstundenhilfe an. Ihr Chef, der smarte Zahnarzt Dr. Flicker (Michael Stuhlbarg) findet Gefallen an ihr. Jasmine ist jedoch nicht bereit für eine neue Beziehung und weist ihn zurück.

Später trifft sie auf den Diplomaten Dwight (Peter Sarsgaard), der von ihr fasziniert ist. Er ist ihre Eintrittskarte, mit der sie in die Welt der Reichen und Schönen zurückkehren will. Das Vorhaben scheitert, und sie fällt wieder in ein seelisches Loch. Anders als in vielen anderen Woody Allen-Filmen gibt es in “Blue Jasmine” kein Wunder, das alles wieder zum Guten wendet. Verzweifelt sucht Jasmine nach einem Ausweg aus ihrer Misere und stürzt dabei ein ums andere Mal in die eigene Leere.

 

 

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